Google meldet, dass über 50 Prozent des Traffic auf ihrer Website von mehrsprachigen Suchläufen stammt. Eine mehrsprachige Onlinepräsenz zu entwickeln erhält daher immer größere Bedeutung. Die Frage jedoch bleibt immer die gleiche: Welche Märkte sollen angesprochen werden? Welche sind die wichtigsten, wenn es um Benutzer usw. geht?
Wir sollten zunächst einmal feststellen, welche Teile der Welt die meisten Benutzer haben. Im Gegensatz zur öffentlichen Meinung handelt es sich nicht um Nordamerika! Asien übernimmt mit fast 400 Millionen Benutzern zweifellos die Führung, gefolgt von Europa mit ca. 315 Millionen Benutzern, im Vergleich zu 232 Millionen in Nordamerika (wobei Nordamerika in diesem Fall USA, Kanada und Mexiko umfasst).
Durch meine umfangreichen Erfahrungen mit mehrsprachigen Onlineanwendungen lernte ich in den vergangenen Jahren deutlich, zwischen der Anzahl von Benutzern und dem Marktpotenzial eines Produktes oder einer Dienstleistung zu unterscheiden. Der Onlinemarkt in Spanisch (Süd- und Mittelamerika, die USA, die Karibik und Spanien) hat etwas mehr Benutzer als der Französisch sprechende Markt. Aber wenn es um das Thema Kaufkraft geht, besitzen Länder wie Frankreich, Belgien, die Schweiz und Kanada (Quebec) so viel mehr als beispielsweise Peru, Bolivien oder Chile!
Und noch wichtiger als die Kaufkraft sind die kulturellen Auswirkungen, die mit dem Internetverhalten zusammenhängen. Mit anderen Worten, wird ein bestimmter Markt für Online-Bestellungen und -Transaktionen benutzt? Wenn es beispielsweise um die Anzahl von Benutzern geht, ist Frankreich online außerordentlich aktiv, während Französisch sprechende Länder in Afrika verhältnismäßig inaktiv sind. Das gleiche gilt beim Vergleich zwischen Spanien und einigen südamerikanischen Ländern. Wenn Sie das Onlinekaufverhalten zwischen 100.000 Benutzern in Spanien und der gleichen Anzahl Benutzer in ganz Südamerika vergleichen, werden Sie feststellen, dass Leute aus Spanien mindestens fünfmal öfter Produkte und Dienstleistungen bestellen als ihre Vergleichsgruppe in Südamerika.
In vielen Fällen ist es keine Frage der Kaufkraft, sondern eher Gepflogenheiten beim Versandhandelt basierend auf den Postzustellungen im Land. Tatsache ist, dass in vielen Ländern, in denen der Postverkehr unzuverlässig, oft sogar nicht vertrauenswürdig ist, Onlinebenutzer einfach nicht an Bestellvorgänge per Post gewöhnt sind. Solche Märkte werden daher zwar online nach Produkten und Dienstleistungen suchen, aber sie sind sicherlich nicht so vertraut mit Onlinebestellungen als andere Länder, die einen effizienteren Postdienst aufweisen.
Man kann sich daher unmöglich nur auf die Anzahl Benutzer verlassen, wenn man darüber nachdenkt, eine mehrsprachige Onlinepräsenz zu schaffen. Ein weiteres gutes Beispiel zur Veranschaulichung dieser Tatsache sind China und Japan. China hat derzeit fast 145 Millionen Benutzer und ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte im Internet. Japan hat 86 Millionen Benutzer und hat fast sein maximales Potenzial mit fast 70 Prozent seiner Bevölkerung online erreicht. Ein sehr kleiner Anteil von chinesischen Onlinebenutzern besitzt eine Kreditkarte oder hat das Recht, das zu bestellen, was sie möchten. während es in Japan genau umgekehrt ist.
Und noch einmal zur Erinnerung, man sollte die Anzahl Benutzer nicht mit der Kaufkraft des jeweiligen Marktes durcheinander bringen
Auf der anderen Seite sollte man den Wert von Märkten in der Dritten Welt bzw. wirtschaftlich benachteiligter Länder in Betracht ziehen. Länder wie Bangladesh, Mosambik, Somalia usw. sehen vielleicht zu Anfang nicht sehr attraktiv aus. Aber in diesen Dritte Welt-Märkten sind diejenigen, die online sind, wohlhabend und reich. In diesen Ländern gibt es keine Mittelklasse. Sie sind entweder extrem arm oder stinkreich! Onlinebenutzer in diesen Ländern gehören zur zweiten Kategorie. Viele Online-Glücksspielportale und Unterhaltungswebsites aller Art haben gerade in diesen wirtschaftlich benachteiligten Märkten die großen Geldgeber gefunden. Tatsache ist, dass reiche Personen in Ruanda oder Chad nicht sehr viele Unterhaltungsmöglichkeiten in ihrem Heimatland haben! Außerdem fehlt fast alles in der Infrastruktur ihres Landes: Kleidung, Elektronik usw. Onlineanmeldungen wurden daher zu einer Art von "Unterhaltungsrettung" für die wohlhabenden Minderheiten der Märkte in der Dritten Welt.
Mehrsprachige Onlinemärkte sind komplex, aber anstatt die Sprachen und Länder nur nach ihrer Kaufkraft oder Benutzerzahl zu beurteilen, sollte man herausfinden, was sie zu bieten haben, um die Marktfähigkeit ihrer Produkte und Dienstleistungen entsprechend zu definieren.
Suchen Sie nach Endanwendern zum Kauf Ihrer Produkte? Dann sehen Sie sich die Kaufkraft der Zielmärkte sowie die Zuverlässigkeit ihrer Post- und Transportsysteme an. Sind Sie ein Hersteller, der weitere Distributoren sucht, bzw. seine Exporte erhöhen will? Dann stehen die Chancen ziemlich gut, dass Ihnen die Welt offen steht.
Ich rate Ihnen, eine genaue Bewertung Ihres Marktpotenzials durchzuführen, wenn Sie eine Präsenz auf mehrsprachigen Suchmaschinen entwickeln. Es müssen so viele Faktoren in Betracht gezogen werden ... Sehen Sie sich Japanisch, Französisch oder Spanisch nicht nur länderspezifisch an, sondern eher die Marktanteile von Sprachen online! Als Beispiel nennen wir die USA, die neben allen anderen Spanisch sprechenden Ländern einer der aktivsten Spanisch sprechenden Onlinemärkte ist!