Wenn es um mehrsprachige Märkte geht, müssen immer auch die idiomatischen kulturellen Konsequenzen betrachtet werden, die Sprachen wie Französisch, Spanisch oder Portugiesisch zur Folge haben ... Nehmen wir beispielsweise Französisch (da es sich hier ja auch um meine Muttersprache handelt!).
Ich wurde bereits mehrmals gefragt, welches denn am passendsten wäre. Es muss erwähnt werden, dass das grammatikalisch richtige Französisch aus Quebec das gleiche Französisch ist wie das aus Frankreich, außer ein paar Wörtern, deren Bedeutung sich im Lauf der Zeit geändert hat. Ich stimme der Ansicht zu, dass Französisch je nach Region (Quebec, Polynesien, Afrika usw.) unterschiedlich gesprochen und geschrieben werden kann. Wenn Sie jedoch den Text einer Website von jeglicher umgangssprachlichen Form befreien, bleibt das Französisch aus Frankreich das einzig richtige Französisch, das beim gezielten Ansprechen aller französisch sprechenden Gruppen auf der ganzen Welt als gemeinsamer kultureller Nenner eingesetzt werden kann.
Es ist offensichtlich, dass jemand, dessen Zielgruppe nur Mexiko ist, am besten mit einem mexikanischen Übersetzer zusammen arbeitet. Falls es sich bei dem Zielgebiet um Portugal handelt, sollte er besser einen portugiesischen Übersetzer einsetzen statt eines Übersetzers aus Brasilien. Für Spanisch und Portugiesisch gibt es jedoch eine Möglichkeit, eine Übersetzung mit einem "neutralen kulturellen Stil" zu formulieren, der von allen Communities auf der Welt, in der solch eine Sprache gesprochen wird, akzeptiert wird. Dies gilt auch in kleinem Maßstab. Das in Berlin gesprochene Deutsch unterscheidet sich wesentlich von dem Deutsch, das in Zürich gesprochen wird. Es gibt jedoch auch hier eine grammatikalisch richtige, neutrale Grundlage für einen deutschen Text.
Eine gute Übersetzung beabsichtigt immer, kulturell korrekt zu sein. Seit ich mit Übersetzern auf der ganzen Welt zusammen arbeite, kann ich nur bestätigen, dass Erfahrung einen Unterschied macht! In den meisten Fällen trägt eine ausgezeichnete Ausbildung sehr zu Spitzenleistungen bei. Ich habe mit portugiesischen Übersetzern aus Portugal zusammengearbeitet, die dazu fähig waren, wie einheimische Werbetexter aus Brasilien zu schreiben. Ich habe mit jemand in Peking zusammengearbeitet, der indifferent in einfachem oder traditionellem Chinesisch schreiben konnte, ohne dass jemand seine Herkunft vermutet hätte. Übersetzer mit solch einer kulturellen Polyvalenz sind rar und meine Empfehlung lautet grundsätzlich, ein strenges Auswahlverfahren einzusetzen, wenn mit einem neuen Übersetzer zusammengearbeitet werden soll. Ich bin der Meinung, dass ein Übersetzer für Französisch, Spanisch, Portugiesisch oder Deutsch die Fähigkeit haben sollte, in einem neutralen kulturellen Stil zu schreiben, der seine Herkunft nicht preisgibt, es sei denn, dass für Marketingzwecke ebendiese kulturelle Betonung strategisch wichtig ist.
Und noch eins: Ich möchte gern hinzufügen, dass die meisten Unterschiede zwischen Französisch aus Quebec und Französisch aus Frankreich nur beim Sprechen auffallen, wie beispielsweise unterschiedliche Akzente, umgangssprachliche Ausdrücke, Neologismen usw. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist jedoch die Ausbildung in der Schreibweise der französischen Sprache in Montreal zu 98 Prozent die gleiche wie in Paris.
Zum Abschluss möchte ich folgendes anmerken: bitten Sie bei der Auswahl eines Übersetzers um umfassende Referenzen und analysieren Sie Ihre globalen Märkte sehr sorgfältig und genau, bevor Sie eine Entscheidung darüber treffen, wer Ihre mehrsprachigen Anwendungen entwickelt.
Mathias Levarek, Ph.D.
SEO-Berater für http://www.mseo.com