Rankingtauglichkeit ausländischer Domainendungen


Onlinehändler, die Interesse an internationaler Verbreitung haben, müssen sich dafür entscheiden, ihren mehrsprachigen Content entweder unter ihrer Haupt-URL (d.h. www.website.com/sprache.html) oder einer sogenannten Subdomain (d.h. http://sprache.website.com) zu veröffentlichen. Wo sollten Sie ihren mehrsprachigen Content veröffentlichen? In einem normalen Bereich Ihrer Website? Einer Subdomain? Oder sollten Sie in Betracht ziehen, neue Domains mit ausländischen Endungen zu registrieren?

Zur Beantwortung dieser Frage sollten wir uns die kulturellen Auswirkungen und die Konsequenzen auf das Ranking ansehen, die von den oben erwähnten Optionen betroffen sind. Außerdem sollten wir dementsprechend das Pro und Kontra der jeweiligen Option beurteilen.

Die allgemeine Auffassung innerhalb der SEO-Branche scheint dahinzugehen, dass eine ausländische Endung bei der Rankingtauglichkeit einer Website hilft. Es wurde tatsächlich schon sehr viel über dieses Thema gesagt und geschrieben, das leider viele Betrachtungsebenen involviert und damit das einfache Verständnis für die Veröffentlichung mehrsprachigen Inhalts kompliziert macht.

Ausländische Endungen (wie beispielsweise .de, .co.jp, .co.cn usw.) sind sehr nützlich, wenn Länderspezifisches angesprochen werden soll. Bei Französisch können wir als Beispiel eBay nennen, die ihre Website unter eBay.fr veröffentlichen, weil sie spezifisch auf den französischen Onlinemarkt zugreifen möchten. Yahoo in Französisch gibt es jedoch unter einer Subdomain (http://fr.yahoo.com), da sie sich mehr auf den globalen französisch sprechenden Markt von Frankreich bis Luxemburg und von afrikanischen Gemeinschaften bis Belgien konzentrieren.

Mehrsprachigen Content unter einer ausländischen Endung zu veröffentlichen könnte Ihrer Rankingtauglichkeit helfen, vorausgesetzt dass die Website im Ausland gehostet wird und Rich Content enthält (mindestens gleichwertig der Hauptversion Ihrer Website in Englisch).
Wenn Sie beispielsweise eine komplette, ins Deutsche übersetzte Version Ihrer Website veröffentlichen, etwa als "ihrewebsite.de", und diese in Deutschland gehostet wird, könnte dies zwar Ihre Rankingtauglichkeit in Deutschland erhöhen, aber nicht die Erfolgschancen in Österreich oder der Schweiz.

Wenn Sie sich auf ein bestimmtes, einmaliges Land konzentrieren, dann funktioniert es und in manchen Fällen wäre es sogar ratsam, eine Domain mit einer ausländischen Endung zu registrieren.

Wenn Sie jedoch mehrsprachige Online-Plattformen aus der Sicht eines globalen Sprachmarktanteils in Betracht ziehen, würde es mehr Sinn machen, Ihren übersetzten Content unter Ihrer Haupt-URL zu veröffentlichen.

Mit anderen Worten, und nur als Beispiel, könnte jemand, der ausschließlich am mexikanischen Markt in Mexiko interessiert ist, die Rankingtauglichkeit auf mexikanischen Suchmaschinen erhöhen, falls folgende Bedingungen eingehalten werden:

- Die Website müsste in Mexiko gehostet werden (mexikanische IP-Adresse)
- Die Website müsste Kontaktinformationen in Mexiko haben, um in Verzeichnisse (wie z. B. DMOZ) eingetragen werden zu können
- Die Website müsste beträchtlichen Content haben
- Es müsste ein Link Enhancement in Mexiko implementiert werden (wechselseitige Links mit .com.mx und/oder Websites, die auf einem Server mit einer mexikanischen IP-Adresse gehostet werden
- Foren und Blogs in Mexiko sowie Artikel und Pressemitteilungen, die auf den mexikanischen Markt abzielen.

Andererseits wäre es für Personen, die am allgemeinen lateinamerikanischen und spanischen Onlinemarkt von Argentinien bis Spanien und von Venezuela bis zur USA interessiert sind (der US-Markt Spanisch sprechender Onlinekunden ist ein sehr lukratives und aktives Segment, wenn es um Marktanteile geht), ratsam, solchen Content unter der Haupt-URL zu veröffentlichen. In diesem speziellen Fall würde eine Link Enhancement-Kampagne in Spanisch für die gesamte Spanisch sprechende Online-Community die Erfolgschancen auf globaler Ebene gewaltig erhöhen.

Wenn Sie die Registrierung einer ausländischen Domain erwägen, müssen Sie außerdem kulturelle Konsequenzen berücksichtigen. Heutzutage (und viel mehr als vor fünf Jahren), geht es nicht nur um eine Traffic-Interaktion, sondern außerdem eher um das Problem des Umrechnungskurses. Wenn Sie eine ausländische Erweiterung wie .de registrieren, könnten Deutsche dies als einen Versuch betrachten, dass ein Unternehmen eine tatsächliche Präsenz in Deutschland vortäuscht. Deutsch sprechende Communities von Österreich bis zur Schweiz könnten solch eine Registrierung wegen der verschiedenen kulturellen Geschäftsgewohnheiten in diesen mehrsprachigen Communities als Abschreckungsmittel ansehen. Das gleiche gilt für Französisch. Werden Sie sich als ".fr", ".be" oder "ch" registrieren? ... usw.? In den meisten Fällen wird mehrsprachiger Content auf einer Website wie http://sprache.website.com oder http://www.website.com/sprache.html von ausländischen Websitebesuchern positiv aufgenommen - normalerweise wird es als eine Form von Respekt angesehen, und als eine zusätzliche Annehmlichkeit, um auf die Contentinformationen von Websites zuzugreifen.

Google rät in ihren Webmaster-Tools, die Registrierung einer ausländischen Erweiterung in Betracht zu ziehen, aber nochmal zu Erinnerung: dies gilt nur für wenige bestimmte Fälle. Außerdem sollte erwähnt werden, dass es keinen Ranking-Algorithmus gibt, der eine Website mit der Endung .es für Spanien einer Website, die ihren wohlgeordneten, optimierten spanischen Content unter einer Subdomain veröffentlicht, vorzieht. Ich persönlich schlage vor, jede Situation vor einer Entscheidung auf einer Fall-zu-Fall-Basis zu untersuchen. Der gleiche Rat gilt überdies auch für diejenigen, die etwas zu diesem Thema aus der Perspektive von Buchwissen schreiben und nicht genügend Fallstudien haben, um ihre Einschätzung zu unterstützen. Ich beschäftige mich seit Ende der 90er Jahre mit mehrsprachiger Suchmaschinenoptimierung und angesichts der Tausenden von Fallstudien, die ich aufgezeichnet habe, zeigt sich, dass jeder SEO-Fall hinsichtlich der Marketingstrategie, der Sprache und kultureller Konsequenzen anders ist und je nach dem mehrsprachigen Content, der insgesamt veröffentlicht wird, andere Algorithmenwerte zum Tragen kommen.

Mathias Levarek, Ph.D.
SEO-Berater für http://www.mseo.com

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